Österreich: Analoge Autobahnvignette läuft aus und Mautgebühren ändern sich 2026

Österreich Autobahnvignette

Einmal mehr war die Autobahn das große Thema im Verkehrs-Ausschuss des österreichischen Parlaments. Die zwei Entscheidungen, die im November getroffen wurden, dürften auch international für Aufmerksamkeit sorgen. Beschlossen wurde zum einen, dass das altgediente Klebe-Pickerl abgeschafft wird. Zum anderen hat man sich auf neue Preise bei der Mautgebühr geeinigt. Das sind die Dinge, die sich ab 2026 ändern.

Jetzt hat sich auch Österreich für die Digitalisierung entschieden

Mautgebühren sind nicht selten ein Reizthema. In manchen anderen Ländern ist die Nutzung der Autobahn oder Schnellstraße für Verbraucher kostenlos. Länder wie die Schweiz und Österreich erheben für die Nutzung der schnellen Verkehrsverbindungen eine Maut. In Österreich wurde diese 1997 eingeführt – also vor fast 30 Jahren. Bezahlt wird sie traditionell durch den Kauf einer Vignette. Dieses "Klebe-Pickerl" wird auf der Scheibe des Fahrzeugs angebracht und zeigt an, dass die Gebühr entrichtet wurde.

Die erhobenen Gebühren fließen in Dinge wie die Instandhaltung der Verkehrswege. Insofern werden sie benötigt. Andererseits sind Preissteigerungen ein sensibles Thema. Schließlich möchte man weder die Wirtschaft beeinträchtigen, noch Urlauber vom Österreichurlaub abhalten. Nun hat sich der Verkehrs-Ausschuss zu einer digitalen Lösung durchgerungen. Und in dem Zuge eine kleine Preiserhöhung beschlossen.

Auslaufmodell analoge Autobahnvignette – 2026 gibt es das letzte Klebe-Pickerl

Nach dem Beschluss gibt es 2026 ein letztes Mal ein Klebe-Pickerl. Es wird eine rote Farbe haben und das letzte seiner Art sein. Ab dem ersten Dezember 2026 werden dann nur noch digitale Vignetten verkauft. Damit folgt die Alpenrepublik einem Trend, der auch in Ländern wie Ungarn und Tschechien längst umgesetzt worden ist. In der Praxis bedeutet dies: Das Autokennzeichen genügt. Den Rest erledigen Videokameras und die automatisierte Auswertung mit Hilfe smarter Software. Man kauft sich die Digitalvignette virtuell und die Mautsysteme ordnen sie automatisch dem PKW zu.

Ein Problem für Menschen ohne Internetzugang ist das nicht. Denn auch an Tankstellen und Mautstellen soll der Kauf digitaler Vignetten ermöglicht werden. Unkomplizierter geht es über den entsprechenden Webshop und per App. Autobahnfahrer können somit selbst entscheiden, welcher Weg für den Vignettenkauf für sie am einfachsten ist. Was die technische Lösung betrifft, hat man sich also zu einer Modernisierung durchgerungen. Aber was ändert sich an den Preisen.

Diese Preise kommen 2026 auf Autobahnnutzer zu

Mit Blick auf den Preis gibt es zunächst zwei gute Nachrichten. Erstens wird es weiterhin Optionen mit verschiedener Gültigkeitsdauer geben. Wer nur einen kurzen Aufenthalt in Österreich hat, muss somit nicht zwangsläufig eine Mautgebühr für das gesamte Jahr bezahlen. Zweitens hat man sich darauf geeinigt, die Gebühren 2026 nur moderat steigen zu lassen. Angesichts der aktuellen Konjunkturflaute und den Schwierigkeiten im Bereich von Zöllen und Lieferketten möchte man die Wirtschaft nicht noch zusätzlich belasten.

Diese Preise gelten für PKWs ab 2026 bei der Mautgebühr:

Vignette für 1 Tag: 9,60 Euro (statt bislang 9,30 Euro)

Vignette für 10 Tage: 12,80 Euro (statt bislang 12,40 Euro)

Vignette für 2 Monate: 32,00 Euro (statt bislang 31,80 Euro)

Vignette für 1 Jahr: 106,80 Euro (statt bislang 103,80 Euro)

Im Klartext bedeutet dies: Wer die Gebühr einfach für das gesamte Jahr bezahlt, muss insgesamt 3 Euro mehr entrichten. Die Jahres-Vignette gilt übrigens nicht für 12, sondern sogar für 14 Monate. Der standardmäßige Gültigkeitszeitraum der Vignette für 2026 beginnt ab dem 1. Dezember 2025 und endet am 31. Januar 2027. Für Motorräder gibt es eigene Preise.

Diese Preise gelten für Motorräder ab 2026 bei der Mautgebühr:

Vignette für 1 Tag: 3,80 Euro (statt bislang 3,70 Euro)

Vignette für 10 Tage: 5,10 Euro (statt bislang 4,90 Euro)

Vignette für 2 Monate: 12,80 Euro (statt bislang 12,40 Euro)

Vignette für 1 Jahr: 42,70 Euro (statt bislang 41,50 Euro)

Ohne Vignette wird es schnell teuer

Wer sich die Mautgebühr sparen möchte und ohne Vignette auf die Autobahn fährt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Hier versteht man in Österreich ebenso wenig Spaß wie in der Schweiz. Wer mit PKW ohne Vignette auf der Autobahn erwischt wird, muss sofort ein Bußgeld von 120 Euro bezahlen. Falls diese Ersatzmaut nicht beglichen wird, werden bis zu 3000 Euro fällig. An diesen abschreckenden Summen ändert sich nichts. Wirklich überraschen dürfte die Maut jedoch die wenigsten Autofahrer. Schließlich wird die staatliche Gebühr in Österreich seit vielen Jahren erhoben.